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Bach - h-moll-Messe 09.05.2010 Beethovenhalle

Kapellmeister alten Schlages

Ein Triumph: Bachs h-moll-Messe in der Bonner Beethovenhalle

 

Sechzig Jahre Bonner Bach-Gemeinschaft: Zum Abschluss des Jubiläumsjahres kam es jetzt doch noch zu der ursprünglich bereits für März geplanten, wegen des Rückzugs des vormaligen künstlerischen Leiters aber nicht zustande gekommenen Aufführung von Bachs h-moll-Messe. Der Abend in der gut besuchten Beethovenhalle geriet zu einem Triumph für den Chor und seinen neuen Leiter, Horst Meinardus.

 

Schon einmal, 2007, war Meinardus, der fast 30 Jahre lang den Kölner Opernchor geleitet hat, kurzfristig in eine Produktion der Bonner eingesprungen. Kapellmeister alten Schlages, ohne Allüren, dient er ausschließlich der Musik, und so hatte er auch Bachs "Opus summum" gründlichst vorbereitet. Sorgfältig wird die Dramaturgie der Messe disponiert, gewaltige Steigerungen mit großer Spannkraft sind von langer Hand vorbereitet.

 

Jubilierende Frische, ja regelrechtes Feuer entfacht Meinardus zu Anfang und Ende des "Gloria" sowie im "Et resurrexit" des "Credo". In "Sanctus" schwelgt der Chor ebenso mit Inbrunst wie im "Dona nobis pacem" des "Agnus Dei", ohne je schwülstig zu klingen. Satzstrukturen bleiben stets durchhörbar. Dass da - mit "Verstärkung" aus Brüssel und Köln - weit über eine Hundertschaft an Sängerinnen und Sängern zu hören ist, schränkt deren Präsenz, Präzision und Beweglichkeit nirgends ein.

 

Einen Glücksgriff tat man bei den Solisten: Sophie Harmsen und Eva Leonardy, Sopran, Marlene Lichtenberg, Alt, Wolfgang Klose, Tenor, und Michael Dahmen, Bass, gestalteten mit subtiler Innigkeit. Das aus Beethoven-Musikern bestehende Bonner Bach Orchester zeigte sich an allen Pulten glänzend inspiriert. Besonders lyrisch im Ausdruck: die begleitende Solo-Violine Radu Janais und die Solo-Flöte Günter Vallérys. Das Publikum reagierte begeistert.

Aus dem Feuilleton des General Anzeiger Bonn, 12.05.2010 (Fritz Herzog)

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