MAGNIFICAT & MESSE I

Sonntag 10. Mai 2020 | 19 Uhr
Aula der Universität Bonn
 
Martin Palmeri *1965
Magnificat
 
Ola Gjeilo *1978
Sunrise Mass
Dark Night of the Soul
 
Bach-Chor Bonn
Jana Marie Gropp - Sopran
Katarina Morfa - Mezzosopran
Stefan Langenberg - Bandoneon
Annette Willer-Krebel - Klavier
Neues Rheinisches Kammerorchester
 
Leitung: Markus Mostert

 
Jenseits des klassischen Repertoires kommen bei dem Programm Vertonungen zeitgenössischer Komponisten zur Aufführung.
 
Martin Palmeris Magnificat, das der Komponist selbst als eine seiner bisher besten Kompositionen bezeichnet und das ihm besonders am Herzen liegt, ist das neueste Werk in der Geschichte der zahlreichen Magnificat-Vertonungen, komponiert im Jahr 2012/2013. Palmeri wurde einem breiteren Publikum bekannt durch seine Tangomesse.
 
Die Vertonung von Ola Gjeilos Sunrise Mass entstand 2007/2008. Die Messe mit liturgischem Text und „weltlich“ zugeordneten Titeln der einzelnen Sätze ist eingebettet in eine metaphorische Reise vom Himmel herab zur Erde mit ihrer außergewöhnlichen, sphärisch anmutenden und bildreichen Musik.
Dark Night of the Soul  ist sehr kontrastreich und pendelt zwischen motorischen, fast getriebenen-pulsierenden Abschnitten im 7/8-Takt und ruhigen, zuweilen auch entrückt wirkenden Abschnitten.
Der Text von Dark Night of the Soul stammt vom spanischen Mystiker Johannes vom Kreuz (1542-1591), aus dessen Gedicht Gjeilo die Strophen entnommen hat.
 
One dark night,
fired with love’s urgent longings
– ah, the sheer grace! –
I went out unseen,
my house being now all stilled.

 In darkness, and secure,
by the secret ladder, disguised,
– ah, the sheer grace! –
in darkness and concealment,
my house being now all stilled.

 On that glad night,
in secret, for no one saw me,
nor did I look at anything,
with no other light or guide
than the one that burned in my heart.
 
Die Kompositionen Gjeilos erinnern an Filmmusik, der er auch erklärtermaßen sehr nahe steht und diese Vorliebe ist immer wieder hörbar. Er schreibt Musik, die von Klassik, Jazz, Volks- und Popmusik beeinflusst ist.
 
Insofern dürfte das Programm nicht nur eine Herausforderung für den Chor, sondern ganz besonders reizvoll auch für das Konzertpublikum sein. Aufgrund des oben erwähnten Einflusses von populärer Musik (wie auch Tango) dürfte das Programm auch jüngeres Publikum ansprechen.  
Es ist das mittlere Konzert zwischen zwei sehr großen, klassischen, repräsentativen, aber auch eher konservativen Programmen der oratorischen Weltliteratur (Haydns Die Jahreszeiten im November 2019; J.S. Bachs Magnificat und Schuberts As-Dur Messe im Oktober 2020 in Lausanne sowie Januar 2021 in Bonn). Somit wird auch ein großer Bogen geschlagen von einer zeitgenössischen zu einer klassischen Vertonung von Messe & Magnificat im nachfolgenden Programm 2020/2021 des Bach-Chor Bonn.
 

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