Gustav Classens
Der Gründer Gustav Classens

Die Bonner Bach-Gemeinschaft wird im Jahr 1949 von Gustav Classens gegründet, der zur Pflege und Verbreitung der Musik Johann Sebastian Bachs einen Beitrag leisten möchte. Schnell wird aus dem angedachten "Chor in kleiner Besetzung" eine singende Bürgerbewegung Bonns mit über 100 Sängerinnen und Sängern. Bereits in den ersten Jahren nach ihrer Gründung wird die Bonner Bach-Gemeinschaft durch die Aufführung vieler Chor- aber auch reiner Orchesterkonzerte zu einem festen Bestandteil des Bonner Kulturlebens.

In den ersten Konzerten kommen ausschließlich Kompositionen von J.S. Bach zur Aufführung, aber durch das schnelle Wachsen des Chores findet bereits 1951 mit einer Aufführung der Schöpfung von Haydn die Öffnung hin zur Oratorienliteratur weiterer Epochen statt. Im Laufe der Jahre baut die Bonner Bach-Gemeinschaft ihr Repertoire ständig aus. Konzerte führen zunehmend auch in die weitere Umgebung Bonns sowie nach Belgien und Luxemburg.

 

1972 übernimmt Roland Bader die Leitung des Chores. Die Bonner Beethovenhalle wird Hauptaufführungsort und die Zusammenarbeit mit großen Orchestern bietet neue Möglichkeiten in der Programmauswahl. In diese Zeit fällt auch die erste Aufführung des Requiems von Verdi durch die Bonner Bach-Gemeinschaft.

 

Fünf Jahre später, Anfang 1976, folgt Herbert Ermert als Künstlerischer Leiter, dessen gute Kontakte nach Frankreich zu einer regen Reisetätigkeit dorthin führen. In der Folge werden in Frankreich fast ebenso viele Konzerte gegeben wie in Bonn, dies oft in Zusammenarbeit mit dem Siegerländer Oratorienchor. Immer mehr widmet sich die Bonner Bach-Gemeinschaft auch selten aufgeführter Werke. Die Psalmensinfonie von Strawinsky, das Te Deum von Berlioz, Judith von Honegger seien hier als Beispiele für diese neue Ausrichtung genannt, die dem Chor große Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bieten.


Von 1991 bis zu seinem Tod im November 2006 wird der Chor von dem Komponisten und Dirigenten Franz Xaver Gardeweg geleitet. In diesen Jahren wird die Zusammenarbeit mit anderen Chören intensiv fortgesetzt. Die Wiedervereinigung ermöglicht gemeinsame Auftritte mit befreundeten Chören aus Quedlinburg und Potsdam in der Bonner Beethovenhalle.

Unter der Leitung Gardewegs gastiert der Chor mehrfach in Italien, so u.a. im September 1999 beim Barockfestival Viterbo, wo die h-moll-Messe von Bach zur Aufführung gelangt und im April 2000 im Rahmen des Projektes "La Bibbia nella Musica" in der Lombardei mit der Matthäus-Passion.

Gardeweg trat oftmals auch mit eigenen Kompostionen in Erscheinung. Unter seiner Leitung als Chorsänger an Uraufführungen teilhaben zu dürfen - so zuletzt bei seinem Stabat Mater im Jahr 2004 - war stets ein ganz besonderes Erlebnis.

Unvergessen sind die eindrucksvollen Aufführungen des War Requiem von Benjamin Britten in der Kölner Philharmonie und in der Beethovenhalle in Bonn, die zusammen mit dem Konzertchor Köln realisiert werden konnten.

 

Im Frühjahr 2007 trat Dr. Jürgen Böhme die Nachfolge Gardewegs als künstlerischer Leiter an. Unter anderem mit der Aufführung von Dvoraks Stabat Mater im Februar 2008 und von Verdis Requiem im Februar 2009 führte er den Chor zu vielbeachteter Glanzleistung.

 

Weiteres über die Entwicklung der Bonner Bach-Gemeinschaft im Musikleben der Stadt Bonn ist in einer Festschrift nachzulesen, die aus Anlass ihres 50jährigen Bestehens 1999 herausgegeben wurde.
Sie beinhaltet neben vielen weiteren Details auch eine ausführliche Liste aller Konzerte vom 1. November 1949 bis zum Jubiläumskonzert am 11. Dezember 1999. Eine bis auf den heutigen Tag aktualisierte Fassung dieser Liste finden sie hier.